Dieter Lotze

Gelungene Probefahrt!

Und dann die Überraschung, das Verkehrschaos beginnt sich zu lichten und die Probefahrt nach Tanjung Lesung macht mir doch noch Spaß. Ich sorge mich um Ade, weil alles so lange dauert. Aber ihr geht es gut und sie nimmt es sportlich! Die Nahverkehrsbusse bleiben nach Leuwillang hinter uns. Es wird ländlicher, Gummibaumplantagen und Palmen bestimmen jetzt das Bild. Was für eine Erholung. Dann kommt das Dorf und somit unser Mittagessen in Sicht. Unsere Freunde mit dem Benz sind schon lange vor uns angekommen, bezahlte Autobahnen haben so ihre Vorteile. Vielleicht sollte ich Verkehrsminister von Jakarta werden, Motorräder auf Autobahnen erlauben und gleich noch ein paar U-Bahnen bauen – typisch Deutsch, aber bestimmt nicht die schlechteste Idee.

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Nach dem Mittag geht es nach Rangkasbitung. Wider erwarten ist die Strasse ist gut! Hier und da taucht überraschend ein Loch im Asphalt auf. Genauer aufpassen muss man auf die Hunde, die zum Teil in aller Seelenruhe die Straße kreuzen. Endlich macht das Motorradfahren Spaß, die Zweifel vom Vormittag sind wie weggeblasen. Es geht zügig voran und die Landschaft zu beiden Seiten ikannsich sehen lassen. Und nach 3 Stunden sind wir da! Super! Happy! Mir geht noch durch den Kopf, dass Jakarta schon früher im Auto mit Aircon nervig war.

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3 Stunden für 40 km!

Ade, meine Frau, ein paar Freunde mit Auto und ich wollen nach Tanjung Lesung. Natürlich will ich mit meiner BMW fahren. Ade will mit aufs Motorrad, trotz ihrer Schwangerschaft! Mir ist nicht ganz wohl dabei, auf der anderern Seite finde ich es natürlich toll sie auf dem Sozius zu haben. Schließlich hat sie mich soweit, auch der Arzt hat ja gesagt, dass im 5ten Monat ein geringes Restrisiko besteht.
Um 5 Uhr morgens soll es losgehen. Abfahrt ist, ratet mal...., nicht 9 Uhr, nicht 10 Uhr, nein, so gegen 11Uhr geht es los. Das heißt hier „rubbertime“.
Aber es kommt noch besser. Jakarta ist bekannt für seinen Smog und sein Verkehrschaos, alle 2 km gibt es einen Pasar (Markt), Kamikazefahrer auf altersschwachen Mopeds schneiden uns, alle versuchen von links und rechts zu überholen, wenn es mal ein Stück vorwärts geht.
Und dann kommt das Beste, auf der Strasse stehen Fässer und ich soll „Staßenzoll“ bezahlen! „Untuk apa?“ Wofür, frage ich. Die Antwort lautet, zum Bau von Moscheen. Das ist ja einmal in Ordnung, aber 20 mal auf 30 Kilometer?! Mir reicht es langsam.

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Um 14 Uhr sind wir dann endlich aus dem Stadtgebiet von Jakarta raus! Wir sind bereits total durchgeschwitzt und haben schon wieder reichlich Farbe im Gesicht! Diesmal ist es eine Kombination von rot und schwarz, Autoabgasse kombiniert mit Sonnenbrand. Meine Ade verhält sich auf dem Sozius, ganz entgegen ihrer Art, ruhig und abwartend!

Ich fange an von Deutschland als Reiseland zu träumen. Vielleich sollte ich eine Tour für Big Bikes aus Indonesien in Deutschland organisieren. Oder ist dies hier nur Leergeld, weil wir einfach eine miese Strecke ausgesucht haben? Gott sei Dank ist es Zeit zum Mittagessen.

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Manchmal muss man einfach eine Pause machen!