Bali

Bali - Lombok

Bin jetzt 14 Tage in Bali, aber ich mag immer noch nicht über diese „Insel der Götter“ schreiben! Zuviel wird da zusammen gelabert, schön geredet! Für mich ist Bali inzwischen wie eine einzige große Stadt! Mit all den Vor -und Nachteilen! Ich will es nicht detaillierter beschreiben!
Ein paar Tage habe ich in der Villa von Freunden verbracht. Eines dieser kleinen Paradiese, die sich die Ausländer hier aufbauen! Eine einsame wunderschöne Enklave! Isolationshaft im Paradies könnte man es auch nennen! Genossen habe ich es dennoch!

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"Villa Waru", Bali

Langsam werde ich unruhig! Ade ist im sechsten Monat schwanger! Lange wird sie mich nicht mehr durch die Gegen düsen lassen! Nach Flores brauche ich mindestens noch 10 Tage! Die Inseln Lombok und Sumbawa liegen noch dazwischen! Also auf nach Lombok!
Das Wochenende verbringe ich noch in Ubud, dem Dorf für Intellektuelle und Künstler! So gibt es dann auch am Abend eine Ausstellungs Eröffnung. „Low Art“ nennt sich die Galerie. Absolut no art ist dann auch, was hier bewundert werden soll! Ein schneller Blick in die Runde, ein Bier (der Sekt war nach 5 Minuten zu Ende) ein paar Hände schütteln! Es reicht! Ins Bett geht es trotzdem nicht! Mit Lambert geht es noch durch alle sehenswerten Jazz Lokale und Kneipen in Ubud! Zum Glück ist hier um Mitternacht alles vorbei! In Kuta stehen ja die „Insider“ um Mitternacht erst auf!

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"Low Art" Austellungs Eröffnung

Am nächsten morgen nehme ich von Padang Bay die Fähre nach Lombok. Nach 6 Stunden Fahrt ist der Hafen von Lombok in Sicht! Und ein paar riesige Regenwolken! Vorsichtshalber grabe ich schon mal nach meinem Regenkombi im Koffer. Aber ich habe Glück. Bis wir angelegt haben ist der Schauer vorbei.

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Lombok, das ist das Bali vor 20 Jahren! Alles ist viel langsamer und gemütlicher hier. Es gibt immer noch mehr Pferdekutschen als Taxis! Die Menschen haben hier die Zeit, um spazieren zu gehen, zu lachen und zum flirten.
Mit dem Motorrad entlang der Buchten von Senggigi zu fahren, ist ein Riesenspaß! Der Blick aufs Meer und die Strände verleiten zum Träumen.
„Hier ein paar Meter Strand besitzen“! (Wo das endet hat man in Bali gesehen!)

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Buchten von Senggigi Beach, Lombok

Im Sheraton holt mich die Realität schnell wieder ein! Winnetou läuft mir mit Ruth Maria Kubitschek über den Weg! Sie drehen hier die Serie „Traumhotels“! Reitend wäre mir Pierre Brice lieber gewesen! Leider kann ich ihn auch nicht bewegen, auf meinem Feuerross zu sitzen!

Lambert hat mich überredet mit nach Trawangan zu kommen. Trawangan ist eine kleine Insel vor Lombok. Hauptsächlich von Tauchern besucht. Keine Motorfahrzeuge, keine großen Hotels! Dafür abends gegrillter Fisch am Strand und auf einen Sun-downer muss man auch nicht verzichten!

Jember - Bali

Irgendetwas ist immer falsch! Im benachbarten Kampong (Dorf) des Hotels hat der Bürgermeister eine riesige elektronische Uhr aufstellen lassen. Vielleicht ein Geschenk einer politischen Partei, damit die Wahl des richtigen Präsidenten leichter fällt! Stündlich kommt hier eine grauenvolle Melodie aus dem Kasten. Reinste Folter! Ich kann nicht schlafen! Und als es dann doch noch für 5 Minuten klappt, fängt der Imam an zu brüllen! Java könnte so schön sein!
Zum Frühstück wieder Nasi Goreng mit Spiegelei! Lecker!!! Wer wird denn immer meckern?
Ich bin ein wenig satt von der Fahrerei! Die vor mir liegende Strecke ist landschaftlich nicht mehr so reizvoll wie in den letzten 4 Tagen. Der Verkehr wird zunehmend stärker und ich bin nur noch auf Ankunft in Bali programmiert.
5 Tage durch Java waren super, aber durch die notwendige 200% Konzentration auch sehr Energie verschleißend! Ich bin ziemlich ausgelutscht, zu faul um für weitere Fotos anzuhalten, düse ich bis Banjuwangi durch. Für die Ankunft in Bali muss allerdings das Motorrad noch einmal in die Wäsche (Cuci Motor)! Geduld ist angesagt, die Jungens wollen gar nicht mehr aufhören zu putzen! Speiche für Speiche. Ich zahle meine 10.000 RP und dann rauf auf dieses abenteuerliche Gefährt! Eine Fähre!

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Motorradwäsche in Banjuwangi

Die Lastwagen müssen rückwärts über ein paar Eisenplanken auf das Schiff fahren und einrangieren! Ich darf es vorwärts! Ha ha!
Die Landung am Strand von Gilimanuk ist etwas schwieriger! Hier sind die Eisenplatten noch schmaler! Mit der 300kg schweren Maschine nehme ich Anlauf,
Peilung, ein kurzer Balanceakt kurz und lande heil auf dem rettenden festen Untergrund!

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Bali, Gilimanuk in Sicht

Die Wegbeschreibung nach Kuta möchte ich mir sparen! Ich will die 3 Stunden Fahrt nicht schön reden! Balinesische Bus -und LKW Fahrer sind der Gipfel meiner 5 tägigen Erfahrung! Anscheinend sind sie gerade vom Moped ins Cockpit eines Trucks umgestiegen! Vielleicht haben sie auch lediglich einen Fahradführerschein bestanden. Oder warum versucht der Lkw, den ich gerade überholt habe, mich vor der nächsten Kurve wieder abzudrängen? Nur weil ich 10 m Abstand zum Vordermann halte? Ich kann doch den stinkenden Auspuff nicht direkt zwischen die Lippen stecken!!!
In Legian - Kuta angekommen bin ich wieder schwarz/rot! Dieses Mal „Full Asap“ (Rauch) und Wut!
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Resultat: Handtuch, einmal im Gesicht benutzt, verschlissene Handschuhe!

Java ist sehr reizvoll! Eine Vielfalt von Landschaften, die Leute sehr nett und islamische Terroristen habe ich keine gefunden. Nie habe ich mich bedroht oder belästigt gefühlt!
Bali ist ein Paradies, man muss es nur finden! Ob es gelingt? Dazu mehr später!

3 Stunden für 40 km!

Ade, meine Frau, ein paar Freunde mit Auto und ich wollen nach Tanjung Lesung. Natürlich will ich mit meiner BMW fahren. Ade will mit aufs Motorrad, trotz ihrer Schwangerschaft! Mir ist nicht ganz wohl dabei, auf der anderern Seite finde ich es natürlich toll sie auf dem Sozius zu haben. Schließlich hat sie mich soweit, auch der Arzt hat ja gesagt, dass im 5ten Monat ein geringes Restrisiko besteht.
Um 5 Uhr morgens soll es losgehen. Abfahrt ist, ratet mal...., nicht 9 Uhr, nicht 10 Uhr, nein, so gegen 11Uhr geht es los. Das heißt hier „rubbertime“.
Aber es kommt noch besser. Jakarta ist bekannt für seinen Smog und sein Verkehrschaos, alle 2 km gibt es einen Pasar (Markt), Kamikazefahrer auf altersschwachen Mopeds schneiden uns, alle versuchen von links und rechts zu überholen, wenn es mal ein Stück vorwärts geht.
Und dann kommt das Beste, auf der Strasse stehen Fässer und ich soll „Staßenzoll“ bezahlen! „Untuk apa?“ Wofür, frage ich. Die Antwort lautet, zum Bau von Moscheen. Das ist ja einmal in Ordnung, aber 20 mal auf 30 Kilometer?! Mir reicht es langsam.

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Um 14 Uhr sind wir dann endlich aus dem Stadtgebiet von Jakarta raus! Wir sind bereits total durchgeschwitzt und haben schon wieder reichlich Farbe im Gesicht! Diesmal ist es eine Kombination von rot und schwarz, Autoabgasse kombiniert mit Sonnenbrand. Meine Ade verhält sich auf dem Sozius, ganz entgegen ihrer Art, ruhig und abwartend!

Ich fange an von Deutschland als Reiseland zu träumen. Vielleich sollte ich eine Tour für Big Bikes aus Indonesien in Deutschland organisieren. Oder ist dies hier nur Leergeld, weil wir einfach eine miese Strecke ausgesucht haben? Gott sei Dank ist es Zeit zum Mittagessen.

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Manchmal muss man einfach eine Pause machen!