Java

So viele Bilder brauchen Zeit...
Mit der BMW zickzack durch Java, Bali, Lombok bis Flores!

Der letzte Teil der Strecke bleibt immer noch sein Traum, aber Dieter Lotze, einer der bekanntesten deutschen Bali Fotografen hat Indonesien seit Jahrzehnten immer wieder mit dem Motorrad bereist. Von seiner letzten Fahrt hat er für Bali.de ein Webtagebuch geführt, dass von Tausenden von Motorradethusiasten bereits begeistert verfolgt wurde. Hier erstmals in kompakter Form. Wie bei Tagebüchern üblich liest frau von hinten nach vorne, wer also chronologisch lesen will sollte unten auf der Seite anfangen!

Los ging die Fahrt am 20.August 2004 und dabei wurde seine "Travel Indonesia on a Motorbike" Tour sogar vom Indonesischen Kultur- und Tourismus Ministerium unterstützt wird. "Didi" eiferte damit dem dem ersten Präsidenten Indonesiens Sukarno nach, der wiederholt per Motorrad von Jakarta nach Bali düste.

Jember - Bali

Irgendetwas ist immer falsch! Im benachbarten Kampong (Dorf) des Hotels hat der Bürgermeister eine riesige elektronische Uhr aufstellen lassen. Vielleicht ein Geschenk einer politischen Partei, damit die Wahl des richtigen Präsidenten leichter fällt! Stündlich kommt hier eine grauenvolle Melodie aus dem Kasten. Reinste Folter! Ich kann nicht schlafen! Und als es dann doch noch für 5 Minuten klappt, fängt der Imam an zu brüllen! Java könnte so schön sein!
Zum Frühstück wieder Nasi Goreng mit Spiegelei! Lecker!!! Wer wird denn immer meckern?
Ich bin ein wenig satt von der Fahrerei! Die vor mir liegende Strecke ist landschaftlich nicht mehr so reizvoll wie in den letzten 4 Tagen. Der Verkehr wird zunehmend stärker und ich bin nur noch auf Ankunft in Bali programmiert.
5 Tage durch Java waren super, aber durch die notwendige 200% Konzentration auch sehr Energie verschleißend! Ich bin ziemlich ausgelutscht, zu faul um für weitere Fotos anzuhalten, düse ich bis Banjuwangi durch. Für die Ankunft in Bali muss allerdings das Motorrad noch einmal in die Wäsche (Cuci Motor)! Geduld ist angesagt, die Jungens wollen gar nicht mehr aufhören zu putzen! Speiche für Speiche. Ich zahle meine 10.000 RP und dann rauf auf dieses abenteuerliche Gefährt! Eine Fähre!

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Motorradwäsche in Banjuwangi

Die Lastwagen müssen rückwärts über ein paar Eisenplanken auf das Schiff fahren und einrangieren! Ich darf es vorwärts! Ha ha!
Die Landung am Strand von Gilimanuk ist etwas schwieriger! Hier sind die Eisenplatten noch schmaler! Mit der 300kg schweren Maschine nehme ich Anlauf,
Peilung, ein kurzer Balanceakt kurz und lande heil auf dem rettenden festen Untergrund!

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Bali, Gilimanuk in Sicht

Die Wegbeschreibung nach Kuta möchte ich mir sparen! Ich will die 3 Stunden Fahrt nicht schön reden! Balinesische Bus -und LKW Fahrer sind der Gipfel meiner 5 tägigen Erfahrung! Anscheinend sind sie gerade vom Moped ins Cockpit eines Trucks umgestiegen! Vielleicht haben sie auch lediglich einen Fahradführerschein bestanden. Oder warum versucht der Lkw, den ich gerade überholt habe, mich vor der nächsten Kurve wieder abzudrängen? Nur weil ich 10 m Abstand zum Vordermann halte? Ich kann doch den stinkenden Auspuff nicht direkt zwischen die Lippen stecken!!!
In Legian - Kuta angekommen bin ich wieder schwarz/rot! Dieses Mal „Full Asap“ (Rauch) und Wut!
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Resultat: Handtuch, einmal im Gesicht benutzt, verschlissene Handschuhe!

Java ist sehr reizvoll! Eine Vielfalt von Landschaften, die Leute sehr nett und islamische Terroristen habe ich keine gefunden. Nie habe ich mich bedroht oder belästigt gefühlt!
Bali ist ein Paradies, man muss es nur finden! Ob es gelingt? Dazu mehr später!

Karneval in Tanggul

Letzte Woche am 17. August, war indonesischer Unabhängigkeitstag. Die Feiern, Paraden und Umzüge finden auch eine Woche darauf noch statt.
In der kleinen Stadt Tanggul stecke ich mal wieder im Stau. Es ist heiß und die Maschine ist im Schritttempo nur schwer zu halten. Kurz entschlossen steige ich ab, um zu sehen was hier los ist. Ein großer Karnevalsumzug von Schülern des Ortes organisiert! Jiihhaa! Was für eine Farbenpracht! Alle Provinzen Indonesiens werden hier durch tragen der traditionellen Trachten präsentiert. Und diese hübschen Gesichter! Für einen Fotografen die reinste Braut -oder Modelshow! Ich bin verheiratet!

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Karneval in Tanggul, Mädchen in traditioneller Tracht von Padang

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Ostjavanische Trachten Gruppe

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Kein Taliban, sondern eine Kopie des Sultans von Yogya

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Mädchen in hinduistischer Tracht

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Aceh Trachten

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Er präsentiert einen Protest schwangerer Frauen

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Drogenfraktion! Die Oma kaut Sirih und Betelnut

Mit nur 2 Stunden Verspätung (wieso eigentlich? Ich habe alle Zeit der Welt!) komme ich, wie immer müde, in Jember an!
Dieses mal mache ich es besser! Ich fahre direkt zur Polizei und frage nach dem besten Hotel im Ort. Von einem Polizisten mit Honda Bebek werde ich dorthin eskortiert. Das Hotel ist wirklich gut! und....sauber!

Singend aus Yogya

Ich habe gut geschlafen. Trotz mäßigem Frühstück mach ich mich gut gelaunt auf den 300km langen Abschnitt nach Tulungagung. Erst einmal raus aus der Stadt, ist dann auch alles in Butter! Laut singend, ich habe Kopfhörer auf, tuckert meine BMW durch den 35 Grad warmen Wind. Habe nur eine Weste an und meine Arme sind inzwischen dunkelbraun bis schwarz! Meine Beine dagegen immer noch weis wie ein toter Cicak (Gecko)!
Motorradfahrer kennen das: ab und zu muss man ein „Ohr dicht am Sand haben“, horchen, ob die Maschine normal klingt! BMW! Das klackern gehört dazu, alles ok!

Dafür stimmt meine Landkarte oft einfach nicht! Bei Baran gibt es wieder eine Abkürzung, die nicht eingezeichnet ist. Egal, einfach versuchen, und ich werde wieder belohnt. Keine Autos, keine Löcher (ich muss das betonen!) und eine sehr individuelle Landschaft mit Hügeln, die aussehen wie die „Chocolate Hills“ in den Philippinen, spärlich bewachsen mit Teakbäumen.

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"Chocolate Hills" auf einer Nebenstrecke bei Baran, Mittel Java

Inzwischen bin ich in Ost Java, unter mir die Bucht von Pacitan.

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Blick auf die Bucht von Pacitan, Mittel Java

Bei „Mac Lala Fried Chicken“ esse ich heute mal Western Food zum unglaublichen Paketpreis von RP 11.000 (1 Euro)!

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"Mac Lala" Indonesia

Der Strand von Pacitan ist sehenswert. Außer ein paar Fischern keine Menschenseele! Tourismus kennen sie hier zum Glück noch nicht, dafür aber SBJ, vielleicht der kommende Präsident von Indonesien. Er ist Pacitaner!

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Strand ohne Menschen in Pacitan, Mittel Java

Von Pacitan geht es die Fahrt im Tal des Grindulu Flusses entlang. Eine Landschaft wie in den deutschen Mittelgebirgen!
Mein Problem mit dem (undisziplinierten) Straßenverkehr verdreht sich hier auf dem Weg nach Ponogoro ins Gegenteil! Schon eine halbe Stunde kein Mensch zu sehen, mir ist es fast unheimlich, als wenn etwas nicht stimmt! Was ist, wenn einem hier etwas passiert?

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Entlang am Grindulu Fluss

Eine gewisse Ahnung war wohl berechtigt. Ich habe auf einmal einen nassen Schoss! Nicht Angst oder Wonnegefühl, nein Öl! Ein Blick auf die Maschine, zum Glück nichts zu sehen! Meine Ersatzflasche mit Öl ist im Tankrucksack ausgelaufen. Einen Riesensauerei! Meine guten Schweinslederhandschuh sind hin (durfte wohl nicht sein auf islamischen Gebiet), meine Bücher auch! 30 Minuten Zwangspause, inzwischen wieder mit Menschen um mich herum.

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Kleine Service Pause mit Zuschauern

Kaum wieder in Fahrt, bockt die Maschine mit vereinzelten Zündaussetzern! Was ist los BMW? Noch eine Stunde durchhalten und ich kann in Tulungagung übernachten. Aber wie!

Dschungel Flusstour

Ein Anliegen meiner Reise sind roundshot360 Grad Fotos für eine Kalender Produktion im ungewöhnlichen Panorama Format. Ca 20 km westlich von Pangandaran wird eine Dschungel Flusstour angeboten.

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Idyllisch schlängelt sich der Fluss durch den Dschungel

Die Fahrt führt zu einer kleinen Grotte mit kleinem Wasserfall. Es ist viel versprechend und ich nehme mein roundshot Equipment gleich mit ins Boot. 50.000 RP(5 Euro) extra Zahlung halten mir für 30 Minuten den Rücken von anderen Booten und Touristen frei. Das Ergebnis spricht für sich!

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Green Canyon Panorama

Mit dem Gefühl einen guten Schuss im Kasten zu haben, mache ich mich um 12 Uhr mittags auf den Weg nach Central Java's Hauptstadt Yogyakartaauf. Ich riskiere eine Abkürzung, die von Pangandaran direkt nach Cilacap führt. Die Straße ist auf meiner Karte nur als Weg eingezeichnet, erspart mir aber die stark befahrene Bus Strecke über Banyar! Und ich habe Glück! Dieser „Weg“ ist super! Wenig Verkehr und keine Löcher, die Breite der Straße ist mir egal, solange die Moped Fahrer mir nicht in die Quere kommen.
In Cilacap verfahre ich mich, erwische die kleine Küstenstraße nach Ayah.

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Entlang der Küstenstraße nach Ayah wächst Kankung, eine Art Wasserspinat

500m parallel zum Strand, geht es 30km immer geradeaus, mit ein paar javanischen Häusern am Straßenrand und einer Tankstelle der javanischen Art zur rechten Zeit!

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Tankstelle in West Java

Die anstehende Präsidentschaftswahl wird hier nicht diskutiert, aber an dem Gemälde von Bin Laden kam ich nur mühsam auf der schmalen Straße vorbei!

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Indonesiche LKw Fahrer bemalen gerne ihre LKWs

Von Ayah nach Karang Bolong, mit den berühmten Birds Nest Cliffs, noch eine wunderschöne Gebirgsstrecke und dann ein Süppchen beim Basso Mann.

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Mobile Suppenküche (Kaki Lima)

3 Stunden später bin ich dann in Yogyakarta, kurve 3 mal durch die Stadt bis ich eine mir genehme Unterkunft in der Nähe der Malioboro St. gefunden habe. Den Tag lasse ich mit einem leckeren Gudek Essen, in traditioneller Art auf dem Fußboden sitzend, ausgehen.

Traumlandschaft West Java's

So früh aus dem Bett, hatte ich noch reichlich Zeit für eine Bergtour mit den Kindern! Ein Blick aus dem Fenster war einladend genug.

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Blick aus dem Fenster auf die Reisfelder

Vorbei an dem Bio Recycling Klo(ich nenne es so, weil man hier seinen Hinterteil über einen Teich hängt, in dem heißhungrige Fische schon unter einem warten! Hockend kann man dabei dann gleich die Mittagsmahlzeit angeln!) geht es dann 2 Stunden bergauf.

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Bio Klo und Duschplatz

Die Kids sind fit und zum Glück brauche ich mein Stativ nicht selber tragen. Mir geht nämlich schon nach 30 Minuten die Puste aus!

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Meine Bergführer

Der Aufstieg lohnt sich! Auf dem Kamm angekommen gibt es eine kleine Asphaltstraße mit einem Panorama Blick auf die umliegenden Berge. Wir laufen noch ins nächste Dorf, trinken ein paar Flaschen Wasser und „trampen“ dann auf einem Lastwagen wieder nach Cibenteli zurück.

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Geschafft, wir sind auf dem Kamm angekommen

Inzwischen ist es fast mittags und ich habe noch ca. 200 km vor mir bis nach Pangandaran. Ohne Helm fahre ich über eine kleine Bergstraße, vorbei an der Ibu mit einer Straßensperre für LKWs. Autos und Lkw müssen hier 5 Cents für den Erhalt der Straße zahlen.

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Straßenzoll gibt es meist auf abgelegenen Wegen

Auf Landstraßen, die sich durch die Täler schlängeln geht es weiter Richtung Tasikmalaya. In diesem Teil von West Java ist die Landschaft so schön, dass ich die anfänglichen Horror Stunden in Jakarta längst vergessen habe!

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In einer Berg-und Talfahrt geht es Richtung Tasikmalaya

Ab Tasikmalaya bin ich wieder der Normalität indonesicher Straßen ausgeliefert. Permanentes Scannen der Straße,Ketten Dörfer und hunderte Touristenbusse, die mir aus Pangandaran entgegen kommen. 2 mal muss ich Busfahrern den Mittelfinger zeigen!
Um 17 Uhr habe ich meine 2. Etappe geschafft! Gerade richtig für einen „Sun-downer“ in einer Strandbar von Pangandaran.

Jaipongan in Cebenteli

Es war bereits 17.30 Uhr und ich war noch gar nicht richtig in dem Dorf angekommen als ich auch schon eingeladen wurde in Cibenteli zu übernachten.

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Im Dorf Cibenteli

Bei einer 95 Jahre alten Urgroßmutter gab es ein Gästebett in eigenem Zimmer! Ich habe nicht lange gezögert und zugesagt, bis nächsten Mittag zu bleiben.

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Ur Oma Ella, Oma Amar und Urenkel

Mein „Begrüßungskomitee“ wurde darauf hin sofort aktiv, um für mich als "Special Guest" eine Probe ihres Jaipongon Orchesters zu organisieren. Jaipongan ist ein traditionaler sundanescher Tanz, bei dem Frauen auf der Tanzfläche die zuschauenden Männer auffordern mit ihnen zu tanzen. Willigt man ein, so ist hinterher eine kleine „Bezahlung“ für die Partnerin fällig. Der Griff ins Portemonnaie wird immer mit lachendem Zuspruch der Zuschauer begleitet.

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Die Band und ein Tänzer

Auch meine Gastgeberin, Oma Ella, ließ es sich nicht nehmen, noch ein Tänzchen zu wagen. Ich war natürlich unter großem Gelächter der ausgesuchte Partner! Beweise habe ich keine, aber als alter Disco Tänzer habe ich mich einigermaßen aus der Affäre gezogen.

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Oma Ella beim Jaipongan Tanz

2 Stunden später wurde es dann schlagartig ruhig im Dorf. Bis zum Aufruf zum Gebet Adzan Subuh morgens um 4 Uhr 30 hört man außer seinen eigenen Herztönen und ein paar quakenden Fröschen nichts! Um 5 Uhr 30 hatte Ur-Oma dann auch schon das Frühstück bereit. Heißen Kaffee, gebratene Bananen und Tahu mit gebratene Cassava. Von den Bananen habe ich keine liegen gelassen!

Raus aus Jakarta

Meine Abfahrt hat sich doch noch mal um einen Tag verspätet. Der psychologische Block in meinem Kopf: wie komme ich möglichst schnell raus aus Jakarta?

Die einzige Möglichkeit ist dummdreist auf die Tollroad zu fahren. Vorzugeben kein Wort indonesisch oder englisch zu sprechen? Die Jungs vom BMW Club Jakarta meinen, dass sei keine gute Idee! Zu viel vorprogrammierter Ärger mit der indonesischen Polizei. Also um 4 Uhr aufstehen und um 5 Uhr losfahren! Ich kann mir eine detaillierte Beschreibung sparen! Einfach noch mal nachlesen. Es war nur noch schlimmer!

3 Stunden sind bereits vergangen, Jakarta ist immer noch im Rückspiegel zu sehen! 40km habe ich geschafft und bin jetzt in Bekasi, einem Industrievorort von Jakarta! Die Tollroad verlockend nah!

Erste Zigaretten Pause an einer Kreuzung, an der indonesische Ojek Fahrer (Motorrad Taxis) auf Gäste warten. Meine BMW wird sofort unter die Lupe genommen. Ich schieße ein paar Fotos, noch ein Schluck aus der Thermosflasche und dann kann ich endlich Gas geben!

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Mit Ojek Fahrern in Bekasi

Cikampek nach Sumedang

In Cikampek lasse ich die Busse hinter mir! Endlich kann ich die sundanesische Landschaft genießen. Die Fahrt geht in einer Berg und Tal Fahrt weiter bis nach Sumedang. Ein kleines Nickerchen war nach den ersten 3 Stunden jetzt nötig. Also kurz entschlossen in die Tee Plantagen abbiegen und unter raus aus den Klamotten!

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Bei den Arbeitern einer Gummiplantage trinke ich noch einen Kaffee. Die BMW steht natürlich auch hier im Mittelpunkt. Ich drücke jemandem die Camera in die Hand, damit ich auch mal auf einem Foto zu sehen bin (auch wenn die Füße fehlen)!

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Kurz vor Sumedang bin ich fast auf 2000m Höhe. Die Luft ist hier kühl und fast schon sauber.

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In einem Warung (indonesischer Kiosk) gibt es frischen Tahu (Tofu), eine Spezialität für diese Region.

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Ich halte mich nicht lange in Sumedang auf, kann den indonesischen Städten nicht viel abgewinnen. Ein paar Kilometer weiter biege ich in eine kleine Nebenstraße ab. Sie ist auf meiner Karte nicht einmal eingezeichnet! Und lande in dem Dorf Cibenteli! Ich habe das schönste Dorf in West Java entdeckt!

Motorrad fahren ist geil!

Rückfahrt nach Jakarta! Ich will aber nicht wieder im Stau bei Bogor stehen!! Ruhig Didi, wat mut dat mut!
Als erstes die Belohnung! Von Pelabuhan Ratu gibt es eine neue Umgehungsstrasse (keine Hunde, keine Mopeds, keine Busse, keine Gaffer) durch die Plantagen und Berge. So habe ich es mir vorgestellt. Hier kann man auch mal anhalten und pinkeln gehen. Sogar Ade! Mitten ihn die Landschaft! Ha ha!

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Motorrad fahren ist geil! Eine Stunde ist rum! Und gleich kommt Bogor! Oh nein! Wieder 2 Stunden und diese ekligen Verschmierungen im Gesicht!

3 Stunden für 40 km!

Ade, meine Frau, ein paar Freunde mit Auto und ich wollen nach Tanjung Lesung. Natürlich will ich mit meiner BMW fahren. Ade will mit aufs Motorrad, trotz ihrer Schwangerschaft! Mir ist nicht ganz wohl dabei, auf der anderern Seite finde ich es natürlich toll sie auf dem Sozius zu haben. Schließlich hat sie mich soweit, auch der Arzt hat ja gesagt, dass im 5ten Monat ein geringes Restrisiko besteht.
Um 5 Uhr morgens soll es losgehen. Abfahrt ist, ratet mal...., nicht 9 Uhr, nicht 10 Uhr, nein, so gegen 11Uhr geht es los. Das heißt hier „rubbertime“.
Aber es kommt noch besser. Jakarta ist bekannt für seinen Smog und sein Verkehrschaos, alle 2 km gibt es einen Pasar (Markt), Kamikazefahrer auf altersschwachen Mopeds schneiden uns, alle versuchen von links und rechts zu überholen, wenn es mal ein Stück vorwärts geht.
Und dann kommt das Beste, auf der Strasse stehen Fässer und ich soll „Staßenzoll“ bezahlen! „Untuk apa?“ Wofür, frage ich. Die Antwort lautet, zum Bau von Moscheen. Das ist ja einmal in Ordnung, aber 20 mal auf 30 Kilometer?! Mir reicht es langsam.

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Um 14 Uhr sind wir dann endlich aus dem Stadtgebiet von Jakarta raus! Wir sind bereits total durchgeschwitzt und haben schon wieder reichlich Farbe im Gesicht! Diesmal ist es eine Kombination von rot und schwarz, Autoabgasse kombiniert mit Sonnenbrand. Meine Ade verhält sich auf dem Sozius, ganz entgegen ihrer Art, ruhig und abwartend!

Ich fange an von Deutschland als Reiseland zu träumen. Vielleich sollte ich eine Tour für Big Bikes aus Indonesien in Deutschland organisieren. Oder ist dies hier nur Leergeld, weil wir einfach eine miese Strecke ausgesucht haben? Gott sei Dank ist es Zeit zum Mittagessen.

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Manchmal muss man einfach eine Pause machen!

Erste Probefahrt

Zu mir nach Hause sind es dann noch einmal 30 Minuten Fahrt! Mir kommt es vor, als ob ich das erste Mal Motorrad fahre! Liegt es an der Fremdartigkeit, dem Linksverkehr? Nach ein paar Minuten wird mir klar, dass es einfach die pure Aufregung ist, endlich unterwegs zu sein. Am Staßenrand gibt es ein großes „Hallo“, ein deutsches Nummernschild haben sie hier noch nicht gesehen!

Ich wundere mich, warum viele Mopedfahrer ein Dreieckstuch vor dem Mund haben. Sie sehen aus wie moderne Banditen. Nach 30 Minuten Fahrt habe ich eine Staublunge von den Auspuffabgasen und eine hübsche schwarze Kriegsbemalung um die Motoradbrille herum. Saubere Luft wie im Kurort! Welcome to Jakarta!

DSCF0220Auch mein Agent konnte es kaum erwarten